Buddhismus im Alltag
- Lösungsstrategien buddhistischer Lehrmethoden
- Die Rolle einer Sangha
- vermittelbar oder nur erfahrbar?
- Grenzen ziehen und Kraft sammeln
Der Buddhismus bietet eine Reihe von Lösungsansätzen, die auf Achtsamkeit, Mitgefühl und Weisheit basieren.
1. Die Vier Edlen Wahrheiten konzentrieren sich auf die Natur des Leidens.
Anmerkung: Der Sprachgebrauch – edle Wahrheiten – und – Natur des Leidens – ist hier nicht wörtlich zu nehmen, sondern bezieht sich auf die damalige Ausdrucksweise.
- Das Leben beinhaltet Leiden (Probleme, Unzufriedenheit, Stress).
Fragestellung: Was genau ist mein Problem? - Leiden entsteht durch Verlangen, Anhaftung und Unwissenheit.
Fragestellung: Warum entsteht dieses Problem? - Es gibt einen Weg, das Leiden zu beenden.
Fragestellung: Wie kann ich das Leiden reduzieren, beenden? - Der Achtfache Pfad führt zur Befreiung.
Fragestellung: Der Achtfache Pfad als Weg zu einer Lösung.
2. Der Achtfache Pfad
Ein praktischer Leitfaden für ethisches Verhalten und geistige Entwicklung:
- Rechte Einsicht (Weisheit über das Leben) *Sichtweise
- Rechte Absicht (Gute Motive, Mitgefühl) *Kreativität
- Rechte Rede (Wahrhaftigkeit, kein verletzendes Reden) *Anwendung
- Rechtes Handeln (Gewaltlosigkeit, Ehrlichkeit) *Achtsamkeit
- Rechter Lebensunterhalt (Ethischer Beruf) *Konzentration
- Rechte Anstrengung (Positive Gedanken fördern) *die eigene Stimme finden
- Rechte Achtsamkeit (Bewusstes Leben im Moment) *Schaffen
- Rechte Konzentration (Meditation zur inneren Ruhe) *Überleben
Anmerkung: Der Sprachgebrauch – rechte – Einsicht, etc… bezieht sich auf den damaligen Sprachgebrauch, heutige könnte es heißen: geprüft und für sinnvoll befunden.
*Es gibt eine säkulare Neuinterpretation von Stephen Batchelor, welche einen westlichen Sprachgebrauch bevorzugt. Eine ausführliche Erklärung der Begriffe findet ihr unter: https://buddhastiftung.org/achtfacher-pfad-saekulare-neuinterpretation/
Auch wenn oft eine nummerierte Aufzählung des achtfachen Pfades verwendet wird (1. – 8.) sind die Komponenten des Pfades und deren Reihenfolge nicht unterschiedlich in ihrer Anwendung oder Wichtigkeit zu sehen. Alle Positionen haben ihre Berechtigung und sind Teil des Pfades. Häufig wird die Meditation als vorrangige Praxis aufgeführt. Dies entspricht jedoch nicht dem ursprünglichen Gedanken des Pfades. Eine einseitige Konzentration auf Meditation, in welcher Form auch immer, genügt nicht dem Anspruch auf eine umfassende Entwicklung.
3. Achtsamkeit & Meditation
Durch Meditation und Achtsamkeit lässt sich Stress reduzieren, Gedanken aufklaren, die eigenen Emotionen beobachten und einordnen. Praktiken wie Vipassana oder Metta-Meditation helfen, Situationen mit Klarheit und Gelassenheit zu betrachten.
4. Annehmen & Loslassen
Buddhismus zeigt auf, dass viele Probleme durch ein unreflektiertes Festhalten an Dingen entstehen. Das Akzeptieren der Vergänglichkeit und das Loslassen von einschränkender
Anhaftung zu üben, erzeugt eine stabile Basis einer Problembesserung.
5. Mitgefühl & Ethik
Mitgefühl hilft, Konflikte mit anderen zu lösen. Sich in die Lage des Gegenübers zu versetzten und darauf einzulassen, baut emotionale Barrieren ab. Ethisches Verhalten mit der Absicht Konflikte zu reduzieren und eine gemeinsame Verständigungsbasis aufzubauen, kann die Grundlage einer friedvollen Gesellschaft erschaffen.
6. Ursache & Wirkung (Karma)
Der Buddhismus weist darauf hin, dass jede unserer Handlung nachweislich Konsequenzen hat,
für sich selbst, andere Lebewesen und unsere Umwelt. Durch bewusstes Handeln können sich langfristig Lebensumstände entwickeln, die auch die zukünftigen Generationen begünstigt.
2. Ursachen von Problemen aus buddhistischer Sicht
Die suchende Person Buddha erkannte, dass Probleme überwiegend aus drei geistigen Giften entstehen. In verschiedenen Abstufungen sind diese auch heute noch überall sichtbar und
werden zum Teil bewusst manipulativ eingesetzt.
Gier:
Das Verlangen nach Besitz, Anerkennung, Machtausübung und Kontrolle über andere Menschen. Teilweise legitimiert durch kulturelle Konditionierung, marktwirtschaftlich forcierte Scheinbefriedigung durch Konsum und egoistischer Selbsterhöhung.
Hass:
Wut, Feindseligkeit und Ausgrenzung. Ein überwiegend bewusst eingesetztes Mittel um Gesellschaft zu spalten, Konflikte auf eine richtig oder falsch-Ebene zu reduzieren, Macht auszuüben und Konfliktlösungen zu unterdrücken.
Unwissenheit:
Verblendete Vorstellungen über die Realität. Unfähigkeit zu reflektieren und andere Sichtweisen annehmen zu können. Fehlendes Beurteilungsvermögen aufgrund mangelhafter Bildung. Unvermögen abstrakte Zusammenhänge wahrzunehmen und einzuordnen.
Anmerkung: Selbstverständlich bedingen sich diese drei geistigen Gifte gegenseitig und sind entsprechend mit dem Ursache & Wirkung (Karma) Prinzip verknüpft. Über die vielfältigen Ursachen dieser destruktiven Strukturen gibt es heutzutage ausreichende wissenschaftliche Untersuchungen und Erkenntnisse. Generationsübergreifende indoktrinierte Übermittlung und machtpolitische Strategien sind bereits seit langem bekannt. Dies ändert jedoch nichts daran, dass diese weiterhin erfolgreich eingesetzt werden.
3. Buddhismus und Karma
Karma (Pali: Kamma) ist eines der zentralen Konzepte im Buddhismus. Es bedeutet wörtlich „Tat“ oder „Handlung“ und beschreibt das Gesetz von Ursache und Wirkung.
- Kein Schicksal: Karma ist nicht vorbestimmt, sondern dynamisch und veränderbar.
- Nicht nur Taten, sondern auch Gedanken zählen: Gier, Hass und Unwissenheit führen zu negativem Karma, während Mitgefühl, Weisheit und Großzügigkeit gutes Karma erzeugen.
- Wirkung ist nicht immer sofort sichtbar: Manche karmischen Folgen treten sofort ein, andere erst später (*im nächsten Leben).
- Die Konsequenzen hängen von der Absicht ab. Fehler oder negative Auswirkungen, welche durch positive Absichten entstanden sind, sind anders zu bewerten als mit schädigender Absicht verursachte.
- Durch Weisheit und Ethik kann negatives Karma ausgeglichen werden.
- Karma beeinflusst zukünftige Erfahrungen – im jetzigen oder *nächsten Leben.
Anmerkung: Die ursprünglichen überlieferten Aussagen von Buddha zur Wiedergeburt entsprechen nicht der damaligen hinduistischen Annahme einer Seele, die als statische Größe über den Tod hinaus bestand hat. Buddha hat sich zur Frage der Wiedergeburt nicht eindeutig geäußert und sie auch nicht als grundsätzlichen Bestandteil der Lehre formuliert. Dies wurde erst später durch kulturelle Einflüsse in verschiedenen Ländern als gegeben hinzugefügt.
4. Welche Rolle kann eine Sangha einnehmen?
Die Sangha (Pali/Sanskrit: संघ) ist eine der „Drei Juwelen“ (Triratna), zu denen auch der Buddha und der Dharma (die Lehre) gehören. Die Sangha ist die Gemeinschaft der Praktizierenden, die den Weg zur Erleuchtung gemeinsam gehen. Sie spielt eine zentrale Rolle in der Bewahrung und Verbreitung der buddhistischen Lehren.
Die zwei Arten der Sangha
Die monastische Sangha (Bhikkhu & Bhikkhuni Sangha) Besteht aus Mönchen (Bhikkhus) und Nonnen (Bhikkhunis). Lebt nach strengen Regeln (Vinaya), um sich vollständig der spirituellen Praxis zu widmen. Hauptaufgaben: Studium und Praxis des Dharma, Lehren und Unterstützung der Laien.
Die Laien-Sangha (Upāsaka & Upāsikā) Besteht aus buddhistischen Laienanhängern (Upāsakas für Männer, Upāsikās für Frauen). Unterstützt die monastische Sangha materiell (Almosen, Tempelbau). Lebt nach den Fünf Sittlichen Regeln (Pañca Sila) und strebt nach Weisheit und Mitgefühl.
Die Funktionen der Sangha
Bewahrung & Weitergabe des Dharma: Die Sangha bewahrt die Lehren Buddhas und gibt sie mündlich oder schriftlich weiter. Mönche und Nonnen rezitieren Sutras und achten darauf, dass der Dharma nicht verfälscht wird.
Vorbild für ethisches Verhalten: Die monastische Sangha lebt in Einfachheit, ohne Besitzgier oder Egoismus. Die Lebensweise der Mönche und Nonnen inspiriert Laien zu mehr Achtsamkeit und Mitgefühl.
Unterstützung der Gemeinschaft: Mönche lehren Meditation, Ethik und Weisheit und geben Rat bei spirituellen Fragen. Die Laien-Sangha trägt mit Spenden (Dana) zur Erhaltung der Klöster bei.
Ort der Praxis & spirituellen Entwicklung: In Tempeln und Klöstern können Gläubige Zuflucht nehmen, meditieren und den Dharma vertiefen. Durch den Kontakt mit erfahrenen Lehrern fällt es leichter, den buddhistischen Weg zu gehen.
Die Sangha als Zufluchtsort
Buddhisten nehmen traditionell „Zuflucht“ in den Drei Juwelen:
1. Buddha (der Erwachte als Vorbild)
2. Dharma (die Lehre als Weg zur Befreiung)
3. Sangha (die Gemeinschaft als Unterstützung auf dem Weg)
Anmerkung: Die Sangha ist eine essenzielle Stütze im Buddhismus. Sie bewahrt die Lehre, unterstützt Praktizierende auf dem Weg und bietet einen Raum für spirituelle Entwicklung.
Ohne die Sangha wäre der Dharma nicht erhalten geblieben. Je nach Tradition und kultureller Quelle (Verbreitungsland) haben sich unterschiedliche Aufgaben entwickelt.
Die vollständige Versorgung der Mönche in konstitutionellen buddhistischen Ländern des Theravada Buddhismus unterscheidet sich z.B. erheblich von einer autarken Selbstversorgung Zen-buddhistischer Waldklöster in Japan. Im tibetischen Buddhismus war die Bevölkerung ein Versorgungsgarant für das jeweilige Kloster in der näheren Umgebung. Durch das extrem raue Klima in den hohen Gebirgslagen entwickelten sich verständlicherweise andere Aufgaben der Bevölkerung als in den fruchtbaren Tälern asiatischer Länder.
Viele Sanghas im westlichen Kulturpreis widmet sich zunehmend auch gesellschaftlichen Aufgaben, die nicht explizit mit einem buddhistischen Hintergrund verbunden sind. Es gibt Initiativen in der Hospiz Bewegung, in ökologischen Projekten, der Seelsorge und interreligiösem Austausch.
Leider gibt es auch eine Anzahl von traditionell geführten buddhistischen Linien in Deutschland, welche ihre Sangha und Schüler:innen missbräuchlich für eine persönliche Machtausübung unter der Vorgabe einer buddhistischen Hierarchie ausnutzen. Bei der Auswahl einer buddhistischen Linie in Deutschland ist es daher wichtig auf Anzeichen einer sektiererische Praxis in der Sangha oder vom Linienvertreter zu achten.
Was ist vermittelbar, was ist erfahrbar?
In spirituellen Bewegungen ist die Vermittelbarkeit von erlebten Erfahrungen und Erkenntnissen sehr begrenzt. Bereits eine Überprüfbarkeit abstrakter wissenschaftlicher Erkenntnisse ist für nicht beteiligte Beobachter heute kaum noch möglich. Sie beruht in den meisten Fällen schon auf eine Glaubensebene. Eine geschickte Manipulation von Ergebnissen und deren Publikation über die Medien ist nur noch mit erheblichem Aufwand oder technischen Mitteln nachzuweisen. Wie ist es somit möglich, Erkenntnisse aus spirituellen Lehren zu überprüfen?
- Eine Möglichkeit wäre es, auf die Meinung der Menge der bereits Praktizierenden zu vertrauen. Das wäre im Falle einer sektiererischen Sangha jedoch ausgesprochen schädlich. Gruppendynamische Gleichschaltungs Effekte auf der Basis emotionaler
Impulse wurden bereits wissenschaftlich hinreichend untersucht und bestätigt. Den erfolgreichen manipulativen Einsatz lässt sich aktuell weltweit gut beobachten. - Eine andere Möglichkeit wäre es, sich auf die Aussagen und die Präsenz des Lehrers, der Lehrerin zu verlassen. Das würde voraussetzen, dass sich die Authentizität der Aussagen und des Handeln durch die eigene Beobachtung einschätzen lässt. Hierfür wäre bereits
eine erhebliche Sicherheit über das eigene Urteilsvermögen nötig, da das Ergebnis voraussichtlich auf Grund fehlender Erfahrung aus dem “Bauch heraus“ entstehen würde.
Das wäre durchaus zutreffend, wenn sich teile des Unterbewusstseins oder die Intuition hilfreich einmischen würden. - Die dritte Möglichkeit rät Buddha seinen Schülern. Prüfe die Lehre und deren Aussagen durch dich selbst. Untersuche die Aussagen nach ihrer Sinnhaftigkeit. Wähle für dich, entsprechend deiner individuellen Möglichkeiten die jeweilige Praxis und übe. Die konsequent andauernde Übung ist Teil des achtfachen Pfades, als Anstrengung und Konzentration aufgeführt. Die Konzentration ist hier nicht auf ein meditatives Üben beschränkt, sondern bezieht sich auf den gesamten Alltag.
- Den Weg, den dein Lehrer, deine Lehrerin gegangen ist, ist nicht dein Weg, auch wenn das Ziel das Gleiche zu sein scheint. Eine weitere Aussage Buddhas, die einen wesentlichen Ansatz buddhistischer Philosophie beschreibt. Die individuelle Lebenserfahrung, die Konditionierungen aus dem Umfeld, die Geschwindigkeit des Ganges sind nicht in der Lehre, dem Dharma enthalten und können auch nicht übertragen werden.
Was ist erfahrbar?
Erfahrbar ist alles, was zugelassen wird. Unser Gehirn hat keine Begrenzung in Bezug auf Erfahrung, die Grenzen werden durch unsere Erwartungen gesetzt. Durch unsere Bewertung, was für uns nützlich ist und was nicht. Welche Erfolge ich wann erreichen möchte und wie ich dahin komme.
Ein spektakulärer Ansatz spiritueller Praxis, unabhängig vom Buddhismus, schon in vielen Meditations- und Erlebensformen beschrieben, ist es – ein Ziel zu erreichen durch ein „Nicht-Wollen“. Wie sich ein konzentriertes Üben von „Nicht-Wollen“ gestaltet, entzieht sich allerdings der Vermittelbarkeit. Die Ergebnisse sind jedenfalls überraschend überzeugend, emotional wie mental.
Die Möglichkeit, Erkenntnisse von Klarheit in der Wahrnehmung und im Handeln durch Üben zu erfahren, wurde von vielen Gelehrten und Praktizierenden in den letzten Jahrtausenden wiederholt bestätigt, unabhängig von ihrer Religion, Philosophie oder mythologischen Ursprung.
Es gibt im tibetischen Buddhismus eine sinnvolle Unterscheidung zwischen konventioneller Wahrnehmung und nicht-konventioneller Wahrnehmung. Konventionelle Wahrnehmung im logischen Umfeld ist hervorragend für den Alltag geeignet. Nicht-konventionelle Wahrnehmung wäre im heutigen Sinne eine nicht-wertende, nicht-gerichtete, nicht-konditionierte Form des Erlebens und Erkennens. Für Suchende, welche erfahren möchte, welche Welten in ihrem Inneren schlummern, bietet der Buddhismus hervorragende Ansätze.
Finale: Grenzen ziehen und Kraft sammeln
Grenzen ziehen heißt hier nicht ausgrenzen, sondern schädliche Einflüsse zu erkennen und sich nicht darauf einzulassen. Buddhistische Praxis wird oft in Verbindung gebracht mit Rückzug, persönliche Entwicklung zur eigenen Heilung, Abkehr von weltlichen Problemen.
Das ist für bestimmte Entwicklungsphasen auch sinnvoll und notwendig, wenn es zeitlich begrenzt ist. Die Ergebnisse daraus sind dann mit den Mitmenschen und Lebewesen zu teilen, denn der Buddhismus ist keine Selbstoptimierungsmethode.
Gesunde Formen der Grenzziehung
- Körperliche Grenzen definieren wie nah dir jemand kommen und oder wie dich jemand berühren darf.
- Mental/geistige Grenzen schützen dein Recht auf deine Meinung. Deine Gefühle, Wünsche und Gedanken sind anzuerkennen und zu respektieren.
- Emotionale Grenzen zwischen deinen und den Gefühlen anderer Menschen. Dies schließt die Entwicklung von Mitgefühl nicht aus, soweit es nicht durch Manipulation entstanden ist.
- Zeitliche Grenzen Die Entscheidung wer deine Zeit und wie lange in Anspruch nehmen darf schützt deinen Energiehaushalt.
Die Voraussetzung um Grenzen zu ziehen, setzt voraus, diese erst einmal für sich selbst bewusst zu machen. Wenn Grenzen nicht gespürt werden, können Übergriffe nicht bemerkt werden. Selbstausbeuterische Muster unterwandern eigene Grenzen und laden Andere ein dies ebenfalls auszuprobieren.
Die Lehre des Buddhismus enthält keine Aufforderung Unrecht zu ertragen oder Übergriffe zu akzeptieren. Umso klarer die Grenzen erkennbar sind, desto früher kann darauf reagiert werden.
Kraft sammeln
Eine der wichtigsten Quellen Erfahrungen in buddhistischer Praxis zu sammeln, ist die Praxis der Shamatha Meditation (Ruhemeditation), Vipassana Meditation (Einsichtsmeditation) und Metta Meditation (Mitgefühlsmeditation).
Shamatha (Ruhemeditation, „Geistesruhe“)
Shamatha ist eine Konzentrationsmeditation, die den Geist stabilisiert und zur Ruhe bringt. Das Ziel ist es, einen fokussierten, klaren Geisteszustand zu entwickeln.
- Objekt der Meditation: Häufig wird der Atem als Meditationsobjekt gewählt, aber auch ein visuelles Objekt oder ein Mantra kann genutzt werden.
- Aufmerksamkeit und Achtsamkeit: Der Fokus liegt auf der kontinuierlichen Wahrnehmung des Meditationsobjekts, ohne Ablenkungen nachzugehen.
- Stufen der Entwicklung: Durch fortschreitende Praxis erreicht man Zustände tiefer Konzentration (Jhana) und geistiger Ruhe.
- Hindernisse und Lösungen: Unruhe, Trägheit oder Zweifel sind häufige Herausforderungen, die durch Geduld und Achtsamkeit überwunden werden.
Vipassana (Einsichtsmeditation, „klare Sicht“)
Vipassana ist eine analytische Meditation, die darauf abzielt, die wahre Natur der Realität zu erkennen. Sie fördert Weisheit und die direkte Einsicht in die drei Merkmale der Existenz: Vergänglichkeit (Anicca), Leidhaftigkeit (Dukkha) und Nicht-Selbst (Anatta).
- Achtsame Beobachtung: Gedanken, Gefühle und Empfindungen werden mit gleicher Aufmerksamkeit betrachtet, ohne sie zu bewerten oder zu verändern.
- Körperliche Empfindungen: Der Körper wird systematisch gescannt.
- Vergänglichkeit erkennen: Alle Erfahrungen kommen und gehen, was zur Erkenntnis führt, dass es keine feste Identität oder ein dauerhaftes Selbst gibt.
- Weisheit und Loslassen: Durch Einsicht in die Vergänglichkeit entstehen Gelassenheit und Befreiung von Anhaftung und Leiden.
Zusammenspiel von Shamatha und Vipassana
- Shamatha bereitet den Geist vor: Ein stabiler, ruhiger Geist ist besser in der Lage, tiefe Einsichten durch Vipassana zu gewinnen.
- Vipassana vertieft Shamatha: Wenn Einsicht entsteht, kann dies auch die Konzentration und Gelassenheit stärken.
Metta (Mitgefühlsmeditation)
ist eine Praxis, die darauf abzielt, Mitgefühl, Liebe und Freundlichkeit gegenüber sich selbst und anderen zu entwickeln. Sie stammt aus dem Theravāda-Buddhismus und wird in vielen buddhistischen Traditionen praktiziert.
- Steigerung von Empathie, Reduktion von negativen Gefühlen wie Ärger oder Groll.
- Förderung von positiven zwischenmenschlichen Beziehungen.
mit herzlichen Grüßen
Stefan Lachmann
Samagama-Team
