Buddhismus / Samagama

Alltagstauglich und Generationsorientiert

Als Samagama e.V. unterwegs: Buddhistische Prinzipien wie Achtsamkeit und die konzentrierte Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments beeinflussen zunehmend den Alltag vieler Menschen in Deutschland. Diese Prinzipien finden bereits Anwendung in Unternehmen, Schulen und in der individuellen Lebensgestaltung. Im Bereich der Psychologie, Pädagogik und im Gesundheitswesen gibt es bereits seit längerem Ansätze für eine interdisziplinäre Forschung.

Ein Anspruch unserer Satzung ist es, der heranwachsenden Generation diesbezüglich „alltagstaugliche“ Tools mit an die Hand zugeben. Hierfür werden wir versuchen, ein Netzwerk mit Ausbildungsinstitutionen aufbauen.

Inspiration und kultureller Motor

Ein weiterer wichtiger Austausch findet in den Bereichen der darstellenden und bildenden Kunst statt. Architektur, Skulptur, Malerei, Musik, Film, Theater und Literatur sind im ständigen Austausch mit spirituellem Wissen und Erfahrungen und bilden einen wesentlichen Motor für gesellschaftliche Entwicklung.

Der Aspekt und das Potential der Intuition und der Anspruch eines gesamtheitlichen Denkens ist wesentlich von asiatischen Philosophien geprägt worden. Der Buddhismus kann hierzu weitreichende Erfahrungswerte und Praktiken beitragen.

Buddhistische Werte

Unter dem Begriff buddhistische Werte sind ethische und spirituelle Prinzipien zusammengefasst. Sie bieten Orientierung für das Zusammenleben in der Gesellschaft und für die individuelle Entwicklung.

Mitgefühl
Mitgefühl bedeutet, das Leiden anderer und das eigene zu erkennen und den Wunsch zu entwickeln, ihnen und sich selbst zu helfen. Dafür sind die Ursachen von Leiden genauer zu untersuchen. Leiden ist hier nicht nur in Verbindung von Krankheit und Tod zu verstehen, sondern umfasst auch die Folgen der „Geistesgifte“ von Gier, Hass und Unwissenheit.

Weisheit
Weisheit bezieht sich auf das Verständnis von Wirklichkeit, insbesondere auf die Einsicht in die Vergänglichkeit, dem Empfinden von Leiden und dem Fehlen eines festen Selbst. Sie setzt sich mit illusionären und selbstbezogenen Denkweisen auseinander.

Nicht-Schaden
Das Prinzip der Schadenvermeidung fordert auf, keinem fühlenden Wesen Schaden zuzufügen, weder physisch noch durch Worte oder Gedanken. Als fühlende Wesen sind hier auch Tiere mit einbezogen.

Ethisches Reden und Handeln
Menschen sollten ehrlich, freundlich und konstruktiv sprechen und handeln. Die überlegte Rede und das reflektierte Handeln sind Elemente des Achtfachen Pfads, der ein zentraler Leitfaden der buddhistischen Ethik ist.

Achtsamkeit
Achtsamkeit bedeutet, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein, ohne einem vorschnellen Urteil zu unterliegen. Sie ist die Grundlage für die Entwicklung von Klarheit, Konzentration und Einsicht in die eigenen Beweggründe und Wahrnehmung.

Genügsamkeit
Reflektion und Zufriedenheit mit dem, was man hat, ist ein wesentlicher Ansatz im Buddhismus, der zu innerer Ruhe und Zurückhaltung gegenüber übermäßigem Begehren führt. Haben und Wollen wird hier als positive Motivation, aber auch als mögliche Leidensursache angesehen.

Gleichmut
Gleichmut ist die Fähigkeit zu erkennen, dass Glück und Leid als Dualitäten im Leben auftreten können, und deren gegenseitige Bedingtheit erfassen zu können.

Ethisches Verhalten
Die fünf grundlegenden ethischen Prinzipien für Laien-Praktizierende* sind:
– Kein Leben zu nehmen (egoistische Motivation).
– Nicht zu stehlen (Synonym für Gier).
– Sexualität nicht zu missbrauchen (Schaden der Beteiligten).
– Keine falschen Worte zu sprechen (Synonym für Hass und Unwissenheit).
– Keine berauschenden Substanzen zu konsumieren (Trübung des Geistes).
* die Gelübde ordinierter buddhistischer Mönche und Nonnen sind umfangreicher.

Freigiebigkeit (Dana)
Großzügigkeit ist ein zentraler Wert, der zur Reduzierung von Anhaftung und zur Förderung von Gemeinschaft und Mitgefühl führt. Viele buddhistische Lehrer*innen geben Unterweisungen auf Dana-Basis, was mit einer Spende gleichzusetzen ist. Über die Höhe der Spende entscheidet der Teilnehmer / die Teilnehmerin selbst.

Geduld
Geduld hilft, Ärger und Groll zu relativieren. Die Überwindung von Gier, Hass und Unwissenheit, die als die drei „Geistesgifte“ gelten, erfordert eine Menge Geduld mit sich selbst und seinen Mitmenschen. Hierfür gibt es im Buddhismus verschiedene Meditations- und Praxisansätze.

Stefan Lachmann